Chrääja
Chrääja f. ‘Krähe’ ist zunächst zu schwd. Chräje(n) m., f. ‘Krähe’ (ID. 3, 803 ff.), wdt. Chrääja, Chreeja ‘Krähe’ (GRICHTING 1998, 52) zu stellen. Einige Formen deuten auf einen FaN Kräig, der als Kreig, Kraig und weiteren Varianten für das Goms (AWWB 142) und noch im FAMILIENNAMENBUCH DER SCHWEIZ (2, 1020) für Ernen belegt ist. BENB (1, 2, 501) kennt Chräjige (Quartier von Muri (BE)) und führt es auf einen unbekannten germanischen PN mit dem kollektiven /-IG/-Suffix zurück. Der FaN wird hier aus lautlichen Gründen zum HL Chrääja ‘Krähe’ gestellt, auch wenn er vermutlich auf einen germ. PN zurückgeht.
Das Simplex ist nur im Plural als t Krääje ‘die Krähen’ (FLNK, Ulrichen) und Chreje ‘die Krähen’ (FLNK, Staldenried) belegt. Das Namenmotiv ist dabei wohl, dass sich am Ort Krähen aufhalten.
Bei den Komposita mit Chrääja im Bestimmungswort ist der Typ Chrääjubiel ‘Krähenbühl, der Hügel mit Krähen’ häufiger vertreten. In Ried-Brig gibt es dazu ein Namennest mit ts Chrääjubiel ‘beim Krähenbühl’, der Chrääjubielwald und 1379 Chreianbuel Mata ‘die Wiese beim Krähenbühl’. In Mund ist 1557 z Kraͤÿenbuell vertreten.
Die Ableitung mit dem Kollektivsuffix /-IG/ erscheint als Simplex im Plural Chrääjige ‘das Gut der Familie Kräig’ (Bellwald), davon abgeleitet ist der Chrääjigbach ‘der Bach aus Chräjigen’ (Bellwald). Einen vorangestellten Genitiv zeigt Chräjigsch Weid ‘die Weide der Familie Kräig’ (FLNK, Ernen). Bestimmungswörter in Komposita sind weiter vertreten in Chräjigbinna ‘der Pflanzplatz der Familie Kräig’ (FLNK, Lax) und Chräjigweid ‘die Weide der Familie Kräig’ (FLNK, Fiesch).
VSNB, Bd. 1, Sp. 362
Vorkommen
chrääji
- Chrääjibielwald Ried-Brig
chrääjig
- Chrääjigbach Bellwald
chrääjige
- Chrääjige Bellwald
chräiju
- Chräijubiel Ried-Brig
- Chräijubiel Matta Ried-Brig
chräjig
- Chräjigbinna Lax
- Chräjigweid Fiesch
chräjigsch
- Chräjigsch Weid Ernen
chreje
- Chreje Staldenried
krääje
- Krääje Ulrichen
krayen
- Krayenbiel Mund