Derri
Derri ‘der Dörrplatz’ ist zu schwdt. Der(r)i bzw. Ter(r)i f. ‘Vorrichtung, Ort zum Dörren von Obst, Getreide, Hanf, Flachs usw.’ und wdt. Derri, Derrin (Lötschental), Deri ‘Dörrplatz’ (ID. 13, 1023 f.; GRICHTING 1998, 58) zu stellen; V. SCHMID (2003, 87 u. passim) kennt es als Derri ‘Dörrplatz’.
Das Simplex im Singular ist als di Deri ‘der Dörrplatz’ (Saas-Almagell), wo das Wildheu getrocknet wurde, belegt. zer Tärrun ‘beim Dörrplatz’ (Blatten, LT Tärra, FLNK Tärrun) gehört dagegen zu Darren ‘Vorrichtung zum Dörren von Obst, Getreide, Hanf, Flachs udgl.’ (ID. 13, 1004 ff.).
t Kooredeeri ‘die Dörrplatz für das Korn’ (Bellwald) ist der Ort, wo früher das Korn gedörrt wurde; ebenfalls hieher zu stellen ist Chooruderri ‘die Korndörre’ (FLNK, Ausserberg), die auf LT (1999 ff.) falsch als Choruclerri verzeichnet ist. Es ist als Diminutiv zu schwdt. Korndarre f. als Vorrichtung zum Dörren von Getreide (ID. 13, 1005. und 1007) zu stellen.
Derbodo ‘der Boden als Dörrplatz’ (1412, Glis) meint den Boden, wo vermutlich Hanf und Flachs gedörrt wurden.
VSNB, Bd. 2, Sp. 9