Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Burg

Burg ist zu schwdt. Burg f., wie nhd. ‘Burg’, ahd. burg, mhd. burc ‘umschlossener, befestigter Ort, Burg, Stadt’, als Name für Orte bei ehemaligen Burgstellen oder im übertragenen Sinn für burgähnliche erhöhte oder felsige Geländestellen zu stellen. Burg vermischt sich in der Burg- und Flurnamengebung mit dem Geländewort Berg, mit dem es vermutlich im Ablautverhältnis steht (LUNB 1, 1, 191 ff.; ID. 4, 1576 ff.; ZINSLI 1945, 314, BOXLER 1976, 79 ff., u. 90 f.). Die meisten der Namen sind Simplizia wie Burg (17 Gemeinden), selten im Plural (Burge, 3 Gemeinden) und nur wenige beziehen sich auf Burgen oder deren Ruinen (Ried-Mörel, Naters, Raron, Niedergesteln). Als Adjektive sind Unter, Ober und Nieder vertreten; als Präpositionen Hinter, Unter und Ob. Ein Sonderfall ist die Reihe t Erschtuscht, t Mittluscht und t Ännerscht Burg bei Blatten ob Naters im Gebiet Burge. Als Grundwort kommt Burg nur selten vor; dabei ist viam Steýburgs ‘der Weg zur Steinburg’ (1391, Glis) mit einem Genitiv seltsam; der Kontext legt aber eine höher gelegene Stelle nahe.

Als Bestimmungswort verbindet sich das HL mit Matta, Wald, Hitta, Schlüecht, Sita und Spitz. Unklar ist die lateinische Form Burguna (Törbel) für den Weiler Burge. Schwer zu erklären ist Swanburgshaalta, resp. Swanenburgs Haltun (beide Embd, 1307) – eine Schwanenburg ist in Embd jedenfalls unerwartet; die Belege von 1307 deuten aber auf einen solchen PN oder FaN hin. Die Ableitung Burger ist in einem gesonderten Artikel behandelt, ebenso der FaN Burgener.

VSNB, Bd. 1, Sp. 306

Vorkommen

burg

burge

burgi

burgs

burgu