Brüch
Das Lemma Brüch ist zu Schwdt. Brūch, Brǖch, Brǖsch, Brūg m., n. ‘Heidekraut, Erica carn.’, wdt. Piislbrüüch, Pissälbrüüch (Goms), Pissilbrüü (Leuker Berge) m. ‘Erikapflanze’, schwdt. Brūcheren f. ‘Gegend, Stelle, wo Heidegebüsch wächst’ (ID. 5, 341; GRICHTING 1998, 152) zu stellen. LAUBER / WAGNER / GYGAX (52014, 702) kennen es als ERICA CARNEA (dt. Schneeheide). Der Name kommt einmal als Simplex im Singular Brüch (FLNK, Greich) vor. Als Grundwort erscheint es nur einmal in Rotbrüch ‘das rote Gebiet mit Erika (Heidegebüsch)’ (Ried-Mörel). Sonst ist es Bestimmungswort wie in Brüchbärgi ‘das kleine bergwärts liegende Gebiet mit Erika (Heidegebüsch)’ (Oberwald), t Brüchschliecht ‘die Geländeeinbuchtungen mit Erika (Heidegebüsch)’ (Reckingen, auch FLNK) und der Brüchtschuggu ‘der Fels mit Erika (Heidegebüsch)’ (Saas-Almagell). Etwas verändert ist t Brüchematte ‘die Wiesen mit Erika (Weidegebüsch)’ (Grengiols), wo das Bestimmungswort wohl im Plural steht.
Die Ableitung auf /-ERA/ t Brüchera ‘Gebiet mit Erika (Heidegebüsch)’ ist als Simplex in Fieschertal und als /-ERNA/ in Naters (di Brüücherna) belegt; es kommt als Bestimmungswort in ts Brüchergand ‘Geröllhalde mit Erika (Heidegebüsch)’ (auch FLNK) und der Brücherbach ‘Bach beim Gebiet mit Erika (Heidegebüsch)’ (beide Fieschertal) vor, die bei der Brüchera liegen. Für die gleichen Pflanze cf. HL BRISCH.
VSNB, Bd. 1, Sp. 290
Vorkommen
brüch
- Brüch Greich
- Brüchbärgi Oberwald
- Brüchschliecht Reckingen
- Brüchtschuggu Saas-Almagell
- Rotbrüch Ried-Mörel
brüche
- Brüchematte Grengiols
brücher
- Brücherbach Fieschertal
- Brüchergand Fieschertal
brüchera
- Brüchera Fieschertal
brucheren
- Brucheren Ernen
brüg
- Brügega Blitzingen
brüücherna
- Brüücherna Naters