Klima-Datenbank

Inventar historischer Klimadaten

Kategorie

Zeremonien


111 Suchergebnisse

Zeige 1 - 10 von 111 Einträgen

ID: 5602
Datum: 0000/00/00
Quellentext: [Vierteljahrsschrift 8/2 (1863), S. 202-205]: Notizen über den Schalbetgletscher. Indem das letztjährige, ausserordentliche Schmelzen und Zusammenbrechen des 1 1/2 Stunde von hier entfernten Schalbetgletschers unter dem Volke mit Recht Aufsehen machte, so sei es mir erlaubt, einige Notizen über seine ehemalige Grösse beizulegen. Schon die Sage von der alten Macht dieses Gletschers ist merkwürdig. Ueber eine halbe Stunde soll er schon seit einem Menschenalter, wie die Leute erzählen , abgenommen haben, und wenn man von der Höhe die Tiefe des Thales überschaut so kann man sich von der ehemaligen Riesenmässigkeit, aus den noch überall sichtbaren Gletscherrüfen, leicht überzeugen. Die Sage erzählt, dass man, um dem zerstörenden Vordringen desselben Einhalt zu thun, zwei fromme Missionspater berufen habe. Diese sollten durch Exorzismen dem verheerenden Tritte des Ungethüms Halt gebieten, was auch geschehen sei. Man zeigt. noch die Stelle bis wo man ihn zurückgebannt hatte, aber weiter sei es den Gottesmännern nicht möglich gewesen, weil der Gletscher voll armer Seelen seie, die dort ihre Abbüssung machten, und bei zu starker Verkleinerung des Gletschers zu wenig Raum hätten für ihren Aufenthalt. Die Sage, dass die armen Seelen in den Gletscherschlünden abbüssen, ist im ganzen Oberwallis verbreitet, und liefert die anmüthigsten und rührendsten Erzählungen, Doch um eine Vergleichung zwischen der ehemaligen und jetzigen Grösse des Schalbetgletschers aufzustellen, will ich mich nicht der Sagen, sondern der Thatsachen bedienen, die ein altes Manuscript aufbewahrt hat. Wo ein ganzes Volk wegen einem Gletscher zu so strengen Gelübden seine Zuflucht genommen, muss derselbe doch ein furchtbarer Nachbar gewesen sein. Vielleicht ist manchem interessant, wenn ich den Inhalt dieser alten Schrift anführe: »Einige Artikel eines heiligen Versprechens oder Gelübdes zur Abwendung des schrecklichen Schadens, welchen der Riedgletscher verursachet, verfasset von dem Herrn Heinrich Zuber (ohne Datum.) — Im Namen der heiligsten Dreifaltigkeit, Gottes Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Als vor etwelchen Jahren die löbliche Bergschaft Grächen und Gasenried, auch andere Mithelfte, durch Ungestümlichkeit des Riedgletschers deren Güter und Wasserleitungen bedroht wurden, und auch sonst in grosse Bedrängniss und Schaden kamen und noch ferners gerathen könnten, so hat man, dies Ungfäll und Schaden abzuwenden, Gott den allmächtigen in seinem gerechten Zorn, so er wegen unsern Sünden gefasset, zu versöhnen, und seine göttliche Gnade und Barmherzigkeit wieder zu erlangen, diese hier nachfolgenden Artikel vorgeschrieben und zu halten befohlen, welche auch nicht allein von den löblichen bedrängten Bergleuten, sondern auch von der ganzen Gemeinde und Kilcheri Gasen, gelobt, auf- und angenommen, auch zu halten verheissen und versprochen, wie folget: 1) Dass man alles Fluchen und Schwören, Unfrieden, Zorn, Zank, Streit, Missgunst, Neid und Hass, Zwietracht und Uneinigkeit vermeiden wolle, hingegen aber alle Liebe, Frieden und Einigkeit in Austheilung des Wassers aus dem Riedbach, gepfleget und geübt werde. 2) Dass alle angenommene, verheissene und aufgesetzte Gottesgaben, Spenden und Jahreszeiten, sie seyen vergessen oder noch gegenwärtig, fleissig, höflich, auch aufrecht und redlich ausgerichtet werden. 3) Dass jährlich der After-Sant-Jodrutag, so sein wird den 4. September, hochfeierlich als wie der heilige Tag begehe, mit Verrichtung der christlichen Prozession, aus einem jeden Haus, eine verwahrte Person, nüchtern bis zu dem Riedgletscher und wiederum heim gehe; aber nicht ohne Verrichtung und Abwartung des heiligen Gottesdienstes oder Amtes und Besoldung der Priester; alles dies soll gottselig geschehen. 4) Dass man von einem jeden Mamatt Matten, so sich aus dem Riedbach wässert, jährlich für ein Almosen, so am selben Tag am Ried entrichtet werden soll, einen 1/2 Batzen erlegen und welcher dasselbe an diesem Tage nicht erlegt, der sell dasselbe ohne Gnad hernach zweifach bezahlen. — Man soll auch in der Kirche zu St. Niklaus zu Ehren dem hl. Theodutus eine Wachskerze erhalten. 5) Wird das Tanzen verbothen, ausgenommen an Hochzeiten, und zwar unter der Straf eines Pfundes; ein Florin oder 4 Batzen und 1/2 dem Richter; ein Florin oder 4 Batzen und 1/2 dem Almosen und ein Florin oder 4 Batzen und 1/2 dem Angeber. Mit gleicher Strafe wird auch das Spielen um bares Geld verbothen. Unter das wird auch alles heimische Prassen oder Schmauserei und unzüchtiges ärgerliches Verhalten verbothen und vor selbem streng gewarnt. 6) Es ist auch ganz Gasenried versagt und verbothen an dem hl. Sonntag zu wässern. Es sey dann Sache, dass einer könnte an Tag bringen, dass er auf sein Gut gelegtes Wasser habe, derselbe soll und mag es erst nach der Vesperzeit anschlagen. 7) Ist verbothen, dass Jemand an den 12 Aposteltagen, unserer lieben Frau der Mutter Gottes, unsers Herrn Fronleichnams, und Auffahrtstag, auch unser Patronen und Feyertagen Maria Magdalena und St. Margaretha-Tag, dass nämlich Jemand an diesen Feyertagen aus dem Riedbach Wasser brauche, ist ebenfalls verbothen.« — Dies der wörtliche Inhalt. [M. Tscheinen.]
Bild: VJS1863_8-2a Schalbetgletscher.pdf
Ortsbetreff: Grächen, Gasenried, Schalbetgletscher, Riedgletscher
Sachbetreff: Gelübte
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [1860NFGZ ] - Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich → Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich

ID: 3007
Datum: 0000/00/00
Quellentext: (Anderegg 1979, S. 155): "jährlich, namentlich zur Erhaltung günstiger Witterung mehrere Bittgänger zu dieser Kapelle von der Pfarrei Binn und Grengiols, seltener von Ernen, angestellt werden." Burgener, Wallfahrtsorte, Bd. 2, 199.
Ortsbetreff: Binn, Grengiols, Ernen
Sachbetreff: Wetterprozessionen
Kategorien:
ZeremonienWetter
Quelle: [1979ANDEREGG ] - Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron → Anderegg Klaus: Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron. Basel 1979.

ID: 721
Datum: 0000/00/00
Quellentext: Münster. Kapelle St. Margaretha am Bach im Dorfe. Hierher Procession an St. Margr. Tag, um gute Witterung zu erflehen.
Kalender: n. St.
Ortsbetreff: Münster
Sachbetreff: Prozession
Kategorien:
ZeremonienWetter
Quelle: [GomsJOLLER ] - Goms: Collectaneen von Pfarrer Joller → AGVO Brig, J 2: Collectaneen Pfarrer Joller: Goms

ID: 3015
Datum: 0000/00/00
Quellentext: (Anderegg 1979, S. 159): "Eine der schönsten Matten im Binntal war in den Giessen, wo eine Marienkapelle stund und noch steht. Diese Matte hiess ihrer Schönheit und Fruchtbarkeit wegen die 'engliche Matte'. jetzt liegt sie in Schutt und Geröll. Das gläubige Volk von Binn verehrte in dieser Kapelle die allerseligste Jungfrau Maria. Das war dem Teufel nicht recht. Er beschloss, Kapelle und Matte zu verwüsten. Daher liess er oben im Gebirge eine schreckliche Muhr losbrechen. Aber im selben Augenblick erschien vor der Kapelle ein Fräulein von wunderbarer Schönheit. Es trug einen weissen Stab in der Hand. Mit diesem Stab lenkte es Stein und Schutt hinweg, so dass die Kapelle unversehrt blieb." Walliser Sagen, 1907 (Tscherrig und Tröndle), Bd. 1, 92f.
Ortsbetreff: Binntal
Sachbetreff: Kapelle; Murgang
Kategorien:
NaturkatastropheBerg- bzw. Felssturz / Erdrutsch
ZeremonienAllgemein
Quelle: [1979ANDEREGG ] - Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron → Anderegg Klaus: Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron. Basel 1979.

ID: 3028
Datum: 0000/00/00
Quellentext: (Anderegg 1976, S. 164): "Mitten im Dorfe Ernen entstand einest ein fürchterlicher Brand. Mitten unter anderen Häusern brannte ein Haus lichterloh und schon begann das verheerende Element seine vernichtende Arbeit an den daneben gebauten Häusern. Man schrie nach Wasser, aber es herrschte eine so furchtbare Kälte, dass der Dorfbach abgefroren war und selbst die Dorfbrunnen vereist waren. Das schöne Dorf schien gänzlich dem Feuer preisgegeben und machtlos standen die Bewohner dem entfesselnden Element gegenüber. Man wusste sich weder zu raten noch zu helfen. In dieser äussersten Not fiel alles auf die Knie und flehte insbrünstig um Rettung des geliebten Heimatdorfes. Da sah man auf einem der zunächst am Feuerherd gelegenen Häuser eine Frau stehen, die mit ihrer leinenen Schürze dem Feuer wehrte und es am Weitergreifen zu verhindern schien. In der Tat liess auch das Feuer allmählich nach und erlosch von selbst an den schon angebrannten Wänden der umstehenden Häuser. Das Haus, welches zuerst gebrannt hatte, brannte nieder bis auf den Grund inmitten der andern, ganz nahe gebauten Häuser, die gänzlich verschont blieben. Aus Dank für diese ausserordentliche Hilfe beschloss nun die Gemeinde alljährlich am Feste der hl. Agatha ein Lobamt halten zu lassen, was fürderhin stets geschah." Walliser Sagen, Bd. 1, 75f.
Ortsbetreff: Ernen
Sachbetreff: Bittgänge bei Feuer
Kategorien:
ZeremonienFeuer (gegen)
Quelle: [1979ANDEREGG ] - Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron → Anderegg Klaus: Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron. Basel 1979.

ID: 739
Datum: 0000/00/00
Quellentext: Richinen. Kapelle Maria ad Nives. Über den Ursprung geht unter den Hirten die Sage, man habe, als eine Kapelle in der Alpe gebaut werden sollte, U. L. Frau gebeten, den vor der Lauwe sichersten Platz zu bezeichnen, und sieh! man fand im Sommer die Stelle, wo jetzt die Kapelle steht, mit Schnee bedeckt.
Kalender: n. St.
Ortsbetreff: Richinen (Bellwald)
Sachbetreff: Sage
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [GomsJOLLER ] - Goms: Collectaneen von Pfarrer Joller → AGVO Brig, J 2: Collectaneen Pfarrer Joller: Goms

ID: 722
Datum: 1476/02/18
Quellentext: Münster. Die kalte Procession. 1476, Febr. 18. Abänderung der "kalten" Procession aus Ober-Goms nach Glis in andere gute Werke (s. P. Amh[erd], 173). Sie bestand also lange vorher und war, wenn [wir] der Volksüberlieferung glauben wollen, nicht einzig des Frühlingsfrostes wegen, sondern [war] auch wegen des 1388 zu Visp errungenen Sieges gelobt worden.
Quellenkritik: "Diese Prozession, die seit 1834 vielfacher Unordnungen wegen, die dabei vorkamen, unterdrückt ist (§23, N. 2) wurde vom Volke die "kalte Prozession" genannt" (P. Amherd, 173).
Kalender: a. St.
Ortsbetreff: Münster
Sachbetreff: Prozession
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [GomsJOLLER ] - Goms: Collectaneen von Pfarrer Joller → AGVO Brig, J 2: Collectaneen Pfarrer Joller: Goms

ID: 5894
Datum: 1505/03/06
Quellentext: Das Feuer, das an der alten Fastnacht von der Gemeinde angezündet wird, bedroht drei nahstehende Häuser. Die Gewaltshaber von Baltschieder haben daher den Auftrag, durch sechs rechtschaffende Männer einen Ort bestimmen zu lassen, wo das Feuer ohne weitere Gefahr angezündet werden kann. Diese sechs Männer sollen auch entscheiden, welche Entschädigung die drei Häuser entrichten müssen. (06.03.1505).
Quellenkritik: CH AEV, GA Baltschieder, F 1
Ortsbetreff: Baltschieder
Sachbetreff: Feuer, Zeremonie
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [GA_Balt_F1 ] - Das Feuer, das an der alten Fastnacht von der Gemeinde angezündet wird → AEV, GA Baltschieder, F 1

ID: 3031
Datum: 1542/12/10
Quellentext: (Anderegg 1979, S. 165): "Innerhalb des religiösen Brachtums nehmen die 'Wurmprozessionen' zu Beginn des Sommers einen wichtigen Platz ein. Der heilige German von Auxerre, dessen Fest am 31. Juli gefeiert wird, war der Patron gegen die Engerlingsplage. Er war schon im mitteralterlichen Wallis wohl einer der volkstümlichsten Heiligen. Sein Name tritt seit dem 12. Jahrhundert als Ortsbezeichung auf wie etwa in St. German bei Raron und St-Germain bei Savièse. Die Gemeinden Ernen und Fiesch gelobten am 10. Dezember 1542 auf ewige Zeiten, den St. Germanstag als Feiertag zu halten bis nach dem feierlichen Gottesdienst und der Prozession. 'Anno 1542 ist der Yngern - Feyrtag den 30. Juli als am Fest des hl. Bischoffs Germani zu halten verlüptet worden.' In: PfA Fiesch G 2; zit.: Briw, Pfarrgemeinde Fiesch, 88.
Ortsbetreff: Wallis
Sachbetreff: Bittgänge bei Engerlingsplagen
Kategorien:
ZeremonienSchädlinge (gegen)
Quelle: [1979ANDEREGG ] - Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron → Anderegg Klaus: Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron. Basel 1979.

ID: 703
Datum: 1542/12/10
Quellentext: [p. 42]: Sciendum, quod die decima decembris anno 1542, indictione 15, Martinus Guntren, locumtenens, Martinus Glausen, gubernator, maior Siber, maior Zlowynon, maior [?] Huober, castellanus Am Hengart nomine communitatis Aragni et de Viesch unanimiter die S. Germani tanquam festum diem usque post missam celebrem contra vermes fructibus [?] nocentes perpetue devote assumpserunt [?] quolibet [?] cum offertorio suo ad misse officium presentes adfore cum litania circumire. Coram me Koanne Burdino, pastorem agente et consentiente. Acta sunt in stuba domus ecclesie Aragni. (AGVO, Coll. Joller, J 2 : Ernen. 1542, Dec., 10. Die Gemeinden Ernen und Viesch gelobten für ewige Zeiten, gegen die "Würmer" den St. Germans Tag (31. Juli) als Festtag bis nach dem feierlichen Gottesdienste zu halten. (Jahrzeitb. Ernen)).
Bild: NECROLOGIUM042
Ortsbetreff: Ernen, Fiesch
Sachbetreff: Schädlinge
Kategorien:
NaturkatastropheSchädlinge
ZeremonienSchädlinge (gegen)
Quelle: [1540NECRO ] - Necrologium Aragnense → PA Ernen, D 17, Ferdinand Schmid, Das Jahrzeitbuch von Ernen. (Fortsetzung), in: Walliser-Monatsschrift für vaterländische Geschichte, No. 18, Dezember 1863, S. 137-144. (Necrologium Aragnense)