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Inventar historischer Klimadaten

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Zeremonien => Allgemein


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ID: 3015
Datum: 0000/00/00
Quellentext: (Anderegg 1979, S. 159): "Eine der schönsten Matten im Binntal war in den Giessen, wo eine Marienkapelle stund und noch steht. Diese Matte hiess ihrer Schönheit und Fruchtbarkeit wegen die 'engliche Matte'. jetzt liegt sie in Schutt und Geröll. Das gläubige Volk von Binn verehrte in dieser Kapelle die allerseligste Jungfrau Maria. Das war dem Teufel nicht recht. Er beschloss, Kapelle und Matte zu verwüsten. Daher liess er oben im Gebirge eine schreckliche Muhr losbrechen. Aber im selben Augenblick erschien vor der Kapelle ein Fräulein von wunderbarer Schönheit. Es trug einen weissen Stab in der Hand. Mit diesem Stab lenkte es Stein und Schutt hinweg, so dass die Kapelle unversehrt blieb." Walliser Sagen, 1907 (Tscherrig und Tröndle), Bd. 1, 92f.
Ortsbetreff: Binntal
Sachbetreff: Kapelle; Murgang
Kategorien:
NaturkatastropheBerg- bzw. Felssturz / Erdrutsch
ZeremonienAllgemein
Quelle: [1979ANDEREGG ] - Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron → Anderegg Klaus: Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron. Basel 1979.

ID: 739
Datum: 0000/00/00
Quellentext: Richinen. Kapelle Maria ad Nives. Über den Ursprung geht unter den Hirten die Sage, man habe, als eine Kapelle in der Alpe gebaut werden sollte, U. L. Frau gebeten, den vor der Lauwe sichersten Platz zu bezeichnen, und sieh! man fand im Sommer die Stelle, wo jetzt die Kapelle steht, mit Schnee bedeckt.
Kalender: n. St.
Ortsbetreff: Richinen (Bellwald)
Sachbetreff: Sage
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [GomsJOLLER ] - Goms: Collectaneen von Pfarrer Joller → AGVO Brig, J 2: Collectaneen Pfarrer Joller: Goms

ID: 5602
Datum: 0000/00/00
Quellentext: [Vierteljahrsschrift 8/2 (1863), S. 202-205]: Notizen über den Schalbetgletscher. Indem das letztjährige, ausserordentliche Schmelzen und Zusammenbrechen des 1 1/2 Stunde von hier entfernten Schalbetgletschers unter dem Volke mit Recht Aufsehen machte, so sei es mir erlaubt, einige Notizen über seine ehemalige Grösse beizulegen. Schon die Sage von der alten Macht dieses Gletschers ist merkwürdig. Ueber eine halbe Stunde soll er schon seit einem Menschenalter, wie die Leute erzählen , abgenommen haben, und wenn man von der Höhe die Tiefe des Thales überschaut so kann man sich von der ehemaligen Riesenmässigkeit, aus den noch überall sichtbaren Gletscherrüfen, leicht überzeugen. Die Sage erzählt, dass man, um dem zerstörenden Vordringen desselben Einhalt zu thun, zwei fromme Missionspater berufen habe. Diese sollten durch Exorzismen dem verheerenden Tritte des Ungethüms Halt gebieten, was auch geschehen sei. Man zeigt. noch die Stelle bis wo man ihn zurückgebannt hatte, aber weiter sei es den Gottesmännern nicht möglich gewesen, weil der Gletscher voll armer Seelen seie, die dort ihre Abbüssung machten, und bei zu starker Verkleinerung des Gletschers zu wenig Raum hätten für ihren Aufenthalt. Die Sage, dass die armen Seelen in den Gletscherschlünden abbüssen, ist im ganzen Oberwallis verbreitet, und liefert die anmüthigsten und rührendsten Erzählungen, Doch um eine Vergleichung zwischen der ehemaligen und jetzigen Grösse des Schalbetgletschers aufzustellen, will ich mich nicht der Sagen, sondern der Thatsachen bedienen, die ein altes Manuscript aufbewahrt hat. Wo ein ganzes Volk wegen einem Gletscher zu so strengen Gelübden seine Zuflucht genommen, muss derselbe doch ein furchtbarer Nachbar gewesen sein. Vielleicht ist manchem interessant, wenn ich den Inhalt dieser alten Schrift anführe: »Einige Artikel eines heiligen Versprechens oder Gelübdes zur Abwendung des schrecklichen Schadens, welchen der Riedgletscher verursachet, verfasset von dem Herrn Heinrich Zuber (ohne Datum.) — Im Namen der heiligsten Dreifaltigkeit, Gottes Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Als vor etwelchen Jahren die löbliche Bergschaft Grächen und Gasenried, auch andere Mithelfte, durch Ungestümlichkeit des Riedgletschers deren Güter und Wasserleitungen bedroht wurden, und auch sonst in grosse Bedrängniss und Schaden kamen und noch ferners gerathen könnten, so hat man, dies Ungfäll und Schaden abzuwenden, Gott den allmächtigen in seinem gerechten Zorn, so er wegen unsern Sünden gefasset, zu versöhnen, und seine göttliche Gnade und Barmherzigkeit wieder zu erlangen, diese hier nachfolgenden Artikel vorgeschrieben und zu halten befohlen, welche auch nicht allein von den löblichen bedrängten Bergleuten, sondern auch von der ganzen Gemeinde und Kilcheri Gasen, gelobt, auf- und angenommen, auch zu halten verheissen und versprochen, wie folget: 1) Dass man alles Fluchen und Schwören, Unfrieden, Zorn, Zank, Streit, Missgunst, Neid und Hass, Zwietracht und Uneinigkeit vermeiden wolle, hingegen aber alle Liebe, Frieden und Einigkeit in Austheilung des Wassers aus dem Riedbach, gepfleget und geübt werde. 2) Dass alle angenommene, verheissene und aufgesetzte Gottesgaben, Spenden und Jahreszeiten, sie seyen vergessen oder noch gegenwärtig, fleissig, höflich, auch aufrecht und redlich ausgerichtet werden. 3) Dass jährlich der After-Sant-Jodrutag, so sein wird den 4. September, hochfeierlich als wie der heilige Tag begehe, mit Verrichtung der christlichen Prozession, aus einem jeden Haus, eine verwahrte Person, nüchtern bis zu dem Riedgletscher und wiederum heim gehe; aber nicht ohne Verrichtung und Abwartung des heiligen Gottesdienstes oder Amtes und Besoldung der Priester; alles dies soll gottselig geschehen. 4) Dass man von einem jeden Mamatt Matten, so sich aus dem Riedbach wässert, jährlich für ein Almosen, so am selben Tag am Ried entrichtet werden soll, einen 1/2 Batzen erlegen und welcher dasselbe an diesem Tage nicht erlegt, der sell dasselbe ohne Gnad hernach zweifach bezahlen. — Man soll auch in der Kirche zu St. Niklaus zu Ehren dem hl. Theodutus eine Wachskerze erhalten. 5) Wird das Tanzen verbothen, ausgenommen an Hochzeiten, und zwar unter der Straf eines Pfundes; ein Florin oder 4 Batzen und 1/2 dem Richter; ein Florin oder 4 Batzen und 1/2 dem Almosen und ein Florin oder 4 Batzen und 1/2 dem Angeber. Mit gleicher Strafe wird auch das Spielen um bares Geld verbothen. Unter das wird auch alles heimische Prassen oder Schmauserei und unzüchtiges ärgerliches Verhalten verbothen und vor selbem streng gewarnt. 6) Es ist auch ganz Gasenried versagt und verbothen an dem hl. Sonntag zu wässern. Es sey dann Sache, dass einer könnte an Tag bringen, dass er auf sein Gut gelegtes Wasser habe, derselbe soll und mag es erst nach der Vesperzeit anschlagen. 7) Ist verbothen, dass Jemand an den 12 Aposteltagen, unserer lieben Frau der Mutter Gottes, unsers Herrn Fronleichnams, und Auffahrtstag, auch unser Patronen und Feyertagen Maria Magdalena und St. Margaretha-Tag, dass nämlich Jemand an diesen Feyertagen aus dem Riedbach Wasser brauche, ist ebenfalls verbothen.« — Dies der wörtliche Inhalt. [M. Tscheinen.]
Bild: VJS1863_8-2a Schalbetgletscher.pdf
Ortsbetreff: Grächen, Gasenried, Schalbetgletscher, Riedgletscher
Sachbetreff: Gelübte
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [1860NFGZ ] - Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich → Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich

ID: 722
Datum: 1476/02/18
Quellentext: Münster. Die kalte Procession. 1476, Febr. 18. Abänderung der "kalten" Procession aus Ober-Goms nach Glis in andere gute Werke (s. P. Amh[erd], 173). Sie bestand also lange vorher und war, wenn [wir] der Volksüberlieferung glauben wollen, nicht einzig des Frühlingsfrostes wegen, sondern [war] auch wegen des 1388 zu Visp errungenen Sieges gelobt worden.
Quellenkritik: "Diese Prozession, die seit 1834 vielfacher Unordnungen wegen, die dabei vorkamen, unterdrückt ist (§23, N. 2) wurde vom Volke die "kalte Prozession" genannt" (P. Amherd, 173).
Kalender: a. St.
Ortsbetreff: Münster
Sachbetreff: Prozession
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [GomsJOLLER ] - Goms: Collectaneen von Pfarrer Joller → AGVO Brig, J 2: Collectaneen Pfarrer Joller: Goms

ID: 5894
Datum: 1505/03/06
Quellentext: Das Feuer, das an der alten Fastnacht von der Gemeinde angezündet wird, bedroht drei nahstehende Häuser. Die Gewaltshaber von Baltschieder haben daher den Auftrag, durch sechs rechtschaffende Männer einen Ort bestimmen zu lassen, wo das Feuer ohne weitere Gefahr angezündet werden kann. Diese sechs Männer sollen auch entscheiden, welche Entschädigung die drei Häuser entrichten müssen. (06.03.1505).
Quellenkritik: CH AEV, GA Baltschieder, F 1
Ortsbetreff: Baltschieder
Sachbetreff: Feuer, Zeremonie
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [GA_Balt_F1 ] - Das Feuer, das an der alten Fastnacht von der Gemeinde angezündet wird → AEV, GA Baltschieder, F 1

ID: 5687
Datum: 1564/07/30
Quellentext: [Pour ne pas paraître ingrat et indigne de son bénéfice, le curé de Vionnaz, Antoine Vanteri, fonde dans l'église paroissiale de ce lieu, une messe en l'honneur de la Vierge Marie, à dire chaque semaine à perpétuité le samedi, avec procession autour de l'église, en été, pour la conservation des champs et des récoltes. Chaque samedi, un "Salve Regina", le dimanche, vêpres solennelles avec cymbales. Pour cette fondation, il donne 220 florins de petits poids de bonne monnaie de Savoie (30.07.1564).
Quellenkritik: CH AEV, AC Vionnaz, Pg 92 D N°76
Ortsbetreff: Vionnaz
Sachbetreff: procession
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [AC_Vio_P_92 ] - le curé de Vionnaz, Antoine Vanteri → AEV, AC Vionnaz, P 92

ID: 3104
Datum: 1602/08/25
Quellentext: [WLA 8, 270h]: die vilfaltige enderung des gewitters, auch mancherlei strafen, mit welchem der liebe Gott unser vaterland gegenwirtiges jares heimgesuocht hat, geben uns des zorens des herrens, so über uns, und das wir manigfaltig wider inen schwärlichen sündigen, ein ware kundschaft und gwisse zügnus. Will deshalben unser gnädiger fürst und her samt einer ehrsamen oberkeit menniglich zur buoss, andacht und gottesforcht, auch zuo besserung des läbens gantz ernstlich vermanet haben.
Ortsbetreff: Wallis
Sachbetreff: Unwetter
Kategorien:
GewitterUnwetter
ZeremonienAllgemein
Quelle: [1500WLA ] - Walliser Landrats-Abschiede → WLA 1-9

ID: 3021
Datum: 1610/00/00
Quellentext: (Anderegg 1979, S. 160): "Unter dem Jesuitenpater Bartholomäus Vollrein, zu Beginn des 17. Jahrhunderts Pfarrer in Ernen, war in Lax 'ein grosser ausguss des Wassers geschechen': 'Anno 1610 der hochw H Bartholomäus Vollrein, zu seiner Zeit ereignete sich zu Lax eine grosse Überschwemmung. Und genannter Herr Pfarrer muszt das Hochwürdig unter grossem Leidwesen des Volkes bis dahin tragen.' Johann Jakob von Riedmatten berichtet in seiner Chronik vom 24. August 1705: 'Darauf am 24. desselben Monats hielten wir von der Mutterkirche aus eine Prozession zum hl. Antonius; diese Prozession war gelobt worden, als der Dorfbach so reissend angeschwollen war und dem Dorfe Schaden drohte." Aus Michelchronik und Chronik des Johann Jakob von Riedmatten, WJB 1951, 37.
Ortsbetreff: Lax
Sachbetreff: Überschwemmung; Prozession
Kategorien:
NaturkatastropheÜberschwemmung
ZeremonienAllgemein
DB Naturgefahren:
Klimaereignis [ID 119]
Quelle: [1979ANDEREGG ] - Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron → Anderegg Klaus: Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron. Basel 1979.

ID: 233
Datum: 1619/09/13
Quellentext: (BWG 1889, S. 30: "[...] 1619 den 13. September zwischen 3 und 4 Uhr der Nacht im Dorf Münster im Gufferli ausgebrochenen Feuersbrunst, durch welche ein Doppelhaus, ein einfaches Haus, eine Scheune, ein Speicher und 2 Stadel mit viel Esswaren, Heu und Korn eingeäschert wurden. Weil man schon früher, 'als zu Minster der Denigen Huss brunnen', den St. Agathatag als Feiertag aufgenommen hatte, machte man das Gelübde, den St. Annatag wie einen Aposteltag zu feiern").
Ortsbetreff: Münster
Sachbetreff: Feuersbrunst
Kategorien:
NaturkatastropheFeuer
ZeremonienAllgemein
DB Naturgefahren:
Klimaereignis [ID 2037]
Quelle: [1465SCHMID ] - Annalistisches. Ein Chronicon zu Münster → PA Münster, F 1, Ferdinand Schmid, Annalistisches. Ein Chronicon zu Münster, in: Blätter aus der Walliser Geschichte I/1, 1889, S. 7-8, 15-16, 29-32, 48, 62-64, 79-80 (Übersetzung aus dem Lateinischen).

ID: 3002
Datum: 1635/00/00
Quellentext: (Anderegg 1979, S. 153): "Prozessionen oder Bittgänge, seien es nun allgemeine, von der Kirche vorgeschriebene, oder aussergewöhnliche, die vom bischöflichen Ordinariat oder von einzelnen Gemeinden verordnet werden, sollen gewissenhaft abgehalten werden mit aller Schicklichkeit, Demut und Frömmigkeit und ohne Gelächter, Leichtsinn, Gerede und Herumschauen, welches den Zorn Gottes eher herausfordert als besänftigt. An Sonn- und Feiertagen soll das Volk rechtzeitig zu den Prozessionen sich einfinden und an den Bittgängen geregelt teilnehmen und nicht haufenweise einhergehen. Bei den ausserordentlichen Bittgängen, die aus einer Notlage heraus angeordnet werden, sollen die Pfarrer dafür sorgen, dass diese von der weltlichen Obrigkeit auch vorgeschrieben werden, doch soll dies auf freundschaftlichem und friedlichem Wege geschehen, so dass die Bekanntgabe von Ort, Zeit und beteiligten Personen sich gegenseitig entspricht. Führt ein Bittgang an einen weit entfernten Ort, so sollen Weibspersonen nicht zugelassen werden wegen den verschiedenen Gefahren und Ärgernissen, die häufig dabei aufkommen. Nur Männer reiferen Alters mögen an diesen Prozessionen teilnehmen und sie sollen am Bestimmungsorte Nüchternheit und Mässigkeit walten lassen, damit Gott nicht vorsätzlich beleidigt wird. Wieviel und welcher Art Entschädigung der Pfarrer für das Tragen der Kreuze und Fahnen entrichten muss, wenn man so weite Strecken wallfahrten, wird in dieser Bestimmung offen gelassen, da dies nicht nur vom Pfarrer allein, sondern auch vom Volke selber abhängig ist." In: Constitutiones et Decreta Synodalia, 65 f.; Übersetzung aus dem Lateinischen.
Ortsbetreff: Wallis
Sachbetreff: Prozessionen
Kategorien:
ZeremonienAllgemein
Quelle: [1979ANDEREGG ] - Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron → Anderegg Klaus: Durch der Heiligen Gnad und Hilf. Wallfahrt, Wallfahrtskapellen und Exvotos in den Oberwalliser Bezirken Goms und Östlich-Raron. Basel 1979.