Projekt Klima- und Naturgefahren
Inventar der historischen Klimadaten und Naturgefahren im Wallis
erarbeitet durch das Forschungsinstitut zur Geschichte des Alpenraums unter der Leitung von Dr. Marie-Claude Schöpfer
Das Forschungsinstitut zur Geschichte des Alpenraums hat in langjähriger Erhebungsarbeit die wichtigsten geistlichen und weltlichen, öffentlichen und privaten Walliser Archive durchforscht und ausgewertet. Die fassbaren Phänomene und Ereignisse wurden dabei in ein geographisches Informationssystem GIS integriert und mit aktuellem sowie historischem Kartenmaterial hinterlegt. Diese komplexe Version der Datenbank kann in der originalen Fassung im Stockalperschloss in Brig und im Staatsarchiv des Kantons Wallis eingesehen werden.
Die Umsetzung der vorliegenden, vereinfachten Publikation mittels App und auf dieser Website wurde von der Schweizerischen Stiftung für das Stockalperschloss finanziert. Sie wird der Forschung und weiteren interessierten Kreisen auf diesem Weg für Abfragen und Konsultationen zur Verfügung gestellt. Wir wollen mit unserem reichen Inventar nicht nur den Informationsbedarf von Historikern und Naturwissenschaftlern decken, sondern auch der Erstellung eines zeitlich breit gestreuten Naturgefahrenkatasters zuarbeiten. Wie die jüngere Ereignisgeschichte verdeutlicht hat, kommt es ohne historische Vergleichsdaten immer wieder zu Fehleinordnungen und Missverständnissen.
Klima
Aus der schriftlichen Überlieferung wurde in einem ersten Schritt ein umfangreiches Inventar historischer Klimadaten erarbeitet, das Informationen zu klimatischen Prozessen vergangener Jahrhunderte bietet. Als wichtigstes Ergebnis dieser weit gefächerten Forschungsarbeiten resultierte eine mehrere Tausend Datensätze umfassende Datenbank mit ausgefeilten Abfragemöglichkeiten, die den Zeitraum vom 6. bis zum 21. Jahrhundert beschlägt. Thematisch umfassen die Einzelinformationen des Datenmaterials fünf klimarelevante Rubriken, namentlich «Meteorologie/Klimaelemente», «Phänologie/Paraphänologie», «Naturkatastrophen», sowie «Diverse». Sie betreffen in 25 Unterkategorien Klimaelemente (Temperatur, Niederschlag, [Sturm-]Wind, Witterungsverlauf, Schneedecke) Extremereignisse bzw. Naturkatastrophen (Berg-/Felsstürze, Murgänge, Erdbeben, Feuer, Lawinen, Überschwemmungen), phänologische Phänomene (Aussaat-, Pflanz-, Blüh-, Reife- und Erntetermine, Ernteerträge), Himmelserscheinungen, Epidemien, Schädlingsplagen oder klimarelevante Rituale und Zeremonien (Wetterprozessionen, Gletscherbeschwörungen usw.).
Zur DatenbankNaturgefahren
Entsprechend der Definition von Naturgefahren fanden in einem zweiten Schritt in Ergänzung zur Sammlung der Klimadaten vor allem meteorologisch-klimatisch bedingte Schadenereignisse wie schwere Gewitter, Hagelunwetter, Hochwasser, Stürme, Lawinen, Murgänge, Berg- und Felsstürze, Gletscherabbrüche und Erdbeben Aufnahme in die Datenbank. Neben anderem konnte die Sammlung während der zweiten Arbeitsetappe zum Beispiel für das 19. bis 21. Jahrhundert über Erhebungen aus Zeitungsarchiven sowie den Winterberichten des Eidgenössischen Institutes für Schnee- und Lawinenforschung entscheidend erweitert werden. Darüber hinaus wurden Massnahmen zur zielorientierten Umsetzung der gewonnenen Daten in Gefahrenkarten eingeleitet.
Zur Datenbank
App Klima- und Naturgefahren
Als weitere Zugriffsmöglichkeit für diese Klima- und Naturgefahrendaten ist ausserdem eine moderne iOS App entwickelt worden, die den mobilen Zugriff wesentlich erleichtert.
Zur iOs AppPartnerprojekt Oberwalliser Orts- und Flurnamen
erstellt unter der Leitung von Prof. em. Dr. Iwar Werlen
Webversion der Datenbank des Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuchs
erstellt von René Pfammatter
Das Buch von Prof. em. Dr. Iwar Werlen ist unter folgendem Link erhältlich: Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch.
Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch
Das „Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch“ erschliesst den Bestand der Oberwalliser Namen sprachhistorisch und sprachgeographisch. Die verzeichneten Orts- und Flurnamen wurden in den 1970er Jahren von Prof. Markus Seeberger erhoben und danach von einem Team unter der Leitung von Prof. Iwar Werlen digital erfasst, eingeordnet und gedeutet. Die Hauptlemmata der Orts- und Flurnamen werden in den Bänden ausführlich dargestellt, etymologisch kommentiert und geografisch verortet. Sie führen als Grundwörter, Bestimmungswörter, in ihrer flektierten und unflektierten Form und begleitet von Adjektiven zur Deutung der Orts- und Flurnamen. Ergänzt wird die Darstellung der Hauptlemmata durch eine Datenbank, die umfangreiche Informationen zu den Lemmata bietet (Belege, geographische Angaben, Kartenangaben etc.). Es entsteht auf diese Art und Weise ein umfassendes Bild der Orts- und Flurnamen des Oberwallis.
Zur Datenbank